Der Strand ist wirklich toll, weil so voller Leben. Das Wasser hat genau die richtige Temperatur und ein paar nette Wellen, man kann sich wunderbar treiben lassen. Allerdings ist es nicht sehr klar und sauber…. Ich hatte viel Spaß den unzähligen Strandverkäufern zuzuschauen, die ständig wieder Neues anpreisen, Käse frisch auf einem Minigrill zubereitet, Kokusnusswasser, Bikinis, Strandtücher und und und ….. natürlich konnten wir bei Caipirinha irgendwann nicht widerstehen… Lecker!
Heute am Samstag wurden wir um 7h (!!!) von Tiago am Hotel abgeholt. Er lebte 12 Jahre in D und sprach sehr gut deutsch. Der frühe Termin bescherte uns einen frühen Start mit der Zahnradbahn (schweizer Mitwirkung!) hinauf zum Christo Redendor durch dichten urwaldähnlichen Wald und mit ausreichend Platz um sich auf de Plattform noch frei zu bewegen. Der Blick hinunter über die riesigen Ausdehnungen Rios (13 Millionen Menschen im gesamten Einzugsbereich) ist wirklich sehr beeindruckend und sehr schön. Gegen 9h trafen die ersten großen Touristengruppen ein und wir machten uns bereits wieder an die Abfahrt. Das Wetter meinte es gut mit uns und wir hatten tolle Blicke. Anschließend ging es weiter zur Escadería Selarón. Dies ist ein detailreiches Meisterwerk von dem chilenischen Künstler Jorge Selarón, der es 1990 als Hommage an seine Lieblingsstadt begann. Bunt bemalte Fliesen, Keramikkacheln und Bruchstücke von Zusendungen aus aller Welt wurden hier angebracht und ergeben ein farbenfrohes Kunstwerk. Findet ihr deutsche Fliesen? Es folgte der Besuch eines Benedektinerklosters mit unglaublichen Goldverzierungen und der Besuch des Porto Maravilha, an alten Lagerhäusern hat der Brasilianer Eduardo Kobra wunderschöne Graffitis an die Wände gezaubert: sie stellen die Köpfe der verschiedenen Völker der fünf Kontinente in Portraitform und leuchtend bunten Farben dar. Es ist das größte Streetart Kunstwerk weltweit und steht für die Individualität und doch Gleichheit der Menschen. Einen weiteren Höhepunkt bildete dann der Besuch der Favela Rocinho, der sehr beeindruckend war. Obwohl aus der Not geboren ist dies ein Beispiel einer Gemeinde mit festen sozialen Regeln, wo einer auf den anderen aufpasst und keiner dem anderen schaden darf. Gerne hätten wir dort noch längere Zeit verbracht und einfach nur beobachtet. Ein sehr interessanter Vormittag geht zu Ende und wir verabschieden uns herzlichvon Tiago und müssen erstmal mit einer kleinen Siesta all die Eindrücke verarbeiten.